zurück zur Startseite
 
zurück zu Aktuelles

Was ist da eigentlich los?
 
Seit 1. August 2014
gilt (nur) für gewerblich tätige Hundetrainer/innen das
Tierschutzgesetz § 11, Abs. 1 Ziffer 8 f TschG
d.h. nur gewerblich tätige Hundetrainer/innen, Verhaltensberater/innen
müssen "ein Mindestmaß an Sachkunde" durch Vorlage von "sonstigen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen"
beim zuständigen Veterinäramtes nachweisen, um eine Erlaubniserteilung - sprich Zulassung zu erhalten.
Mein Antragsverfahren lief 3,5 Jahre.
Telefonisch wurde mir (bzw. meinem Anwalt) eine hochwertige Qualifikation bestätigt,
eine Zulassung ohne "Fachgespräch" aber abgelehnt und wenige Tage vor Weihnachten 2017
der Ablehungsbescheid zugeschickt.
Daraufhin reichten wir Klage vor dem VG Stade ein und warten nun auf einen Termin.
Es gab/gibt mehrere Gründe, warum ich mit dem "Fachgespräch" bzw. der Notwendigkeit dafür nicht einverstanden bin.
Assmann Info dazu.
 
Wegen der Art des "Fachgespräches bzw. der Prüfer_innen in der Region Cuxland
steht seit kurzem ein interessanter Artikel
im offen ansehbaren Bereich der AG-Hundetrainer-Sachkunde bei facebook.
 
Zu diesem Thema habe ich schon vor Jahren
eine Gedankensammlung verfasst.
Informationen und Gedanken zum neuen Tierschutzgesetz als pdf-Datei
 
Wichtig zu wissen ist, dass es sich nicht um irgendein freiwilliges erlangbares Qualitätssiegel handelt,
sondern um eine berufliche Tätigkeitserlaubnis / Zulassung!
(Dabei gibt es den staatlichen Ausbildungsberuf Hundetrainer/in noch gar nicht!)
 
D.h., wenn man "Pech" hat, bekommt man die Untersagung der Tätigkeit ausgesprochen,
obwohl man tierschutzgerecht und verantwortungsvoll arbeitet.
Denn es geht nicht mehr um Fachwissen, Berufserfahrung,
bestem Leumund, besten Referenzen, besten Fortbildungen
und jahrelang, jahrzehntelang erfolgreichem Unternehmertum.
 
Was ursprünglich gut gedacht war, denn eine Überprüfung der Qualifikation im Einzelfall war und ist wichtig,
hat nun leider zur Folge, dass seit Monaten/Jahren viele, sehr gute, seit Jahren unbeanstandet arbeitende Hundetrainer/innen,
die umfangreiche Aus- und Fortbildungen und damit, wie vom Gesetzgeber gefordert ein Mindestmaß an Sachkunde
nachweisen können,
trotzdem nicht von ihren zuständigen Vet.Ämtern anerkannt werden.
Die Erteilung der Erlaubnis wird von Amt zu Amt völlig unterschiedlich entschieden.
Manchmal liegen nur 20 km zwischen den Standorten mit einer Erlaubniserteilung und einer Nichtzulassung.
Die Leidtragenden sind die Hundetrainer/innen, deren berufliche Existenz bedroht ist oder zerstört wird.
Diese seit Monaten andauernden, in den meisten Fällen zutiefst frustrierenden Auseinandersetzungen mit Behörden,
die zu einem großen Teil bundesweit mit der Umsetzung des Gesetzes allem Anschein nach überfordert sind,
führt bei vielen betroffenen Hundeschulen/Hundetrainer/innen, Verhaltensberater/innen mittlerweile zu erheblichen finanziellen
und bei manchen auch zu gesundheitlichen Problemen.
 
Letztendlich sind dadurch in besonderem Maße aber auch unsere Kunden und ihre Hunde betroffen.
 
Weitere Erfahrungsberichte und Informationen finden sich im Internet
AG-Hundetrainer-Sachkunde bei facebook
Dort können Sie die unsäglichen Vorgänge,
die schon sehr gute Hundeschulen/Hundetrainer*innen
zum aufgeben gezwungen haben, nachlesen.
Das hat nichts mehr mit Qualität und Tierschutz zu tun.
 
 
AG Sachkunde-hundetrainer.info
 
 
Trotz allem Ärger
distanziere ich mich dennoch von so manchen Veröffentlichungen im Internet,
die z.T. wilde Spekulationen, Verschwörungstheorien, Verleumdungen,
Denunziantentum und unbewiesene Behauptungen beinhalten.
 
Es ist wenig sinnvoll,
dass unter Hundetrainer/innen und besonders auch bei den Prüfern/Ämtern
derzeit wieder einmal eine heftige Diskussion über
die richtige Methode
in der Hundeerziehung ausgebrochen ist, bzw. nur einige "Methoden" favorisiert werden.
Dies würde das Ende der individuellen Verhaltensberatung, Erziehung und Trainingswege bedeuten.
Das kann nie im Interesse der Hunde und ihrer Menschen sein.
 
Viele Wege führen nach Rom.
 
Es gibt sie nicht, die EINE Methode. Schubladendenken macht keinen Sinn!
Bindungsaufbau, Beziehungsbasis und -pflege, Erziehung und Verhaltensberatung/-korrektur
müssen immer individuell sein dürfen - so wie Hunde es auch sind.
Erziehungsmethoden und Hilfsmittel, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen sind selbstverständlich absolut tabu.
 
Es gibt viele Theorien und Methoden, die durchaus erfolgreich, wenn auch durch sehr unterschiedliche Wege
zur erfolgreichen Erziehung und vertrauensvollen Beziehung zum Hund führen.
Artgerecht, einfühlsam, phantasievoll, verantwortungsbewusst und fair.
 
Nur weil manche Trainer/innen gelernt oder elebt haben, dass ein Methode/Philosophie - nämlich die ihre - die richtige sei,
heißt es noch lange nicht, dass es tatsächlich auch die Einzige ist.
Und es bedeutet auch nicht, dass andere Trainer/innen, die einen anderen Weg gefunden oder erlernt haben,
falsch liegen, dass sie Unrecht haben, gar unseriös arbeiten oder tierschutzrelevant arbeiten.
 
In dieser derzeitigen Diskussion "miteinander oder gegeneinander"
halte ich es wie mit der Hundeerziehung/Verhaltensberatung:
hektisches, aggressives, unfaires oder überhebliches Verhalten hilft niemandem.
 
 
Petra Assmann, Sievern den 26. Januar 2015, 11. November 2017