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Was ist da eigentlich los?
 
Seit 1. August 2014
gilt (nur) für gewerblich tätige Hundetrainer/innen das
Tierschutzgesetz § 11, Abs. 1 Ziffer 8 f TschG
d.h. nur gewerblich tätige Hundetrainer/innen, Verhaltensberater/innen
müssen "ein Mindestmaß an Sachkunde" durch Vorlage von "sonstigen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen"
beim zuständigen Veterinäramtes nachweisen, um eine Erlaubniserteilung - sprich Zulassung zu erhalten.
 
 
Telefonisch wurde mir (bzw. meinem Anwalt) meine hochwertige Qualifikation bestätigt,
eine Zulassung ohne "Fachgespräch" aber abgelehnt und wenige Tage vor Weihnachten 2017
der Ablehungsbescheid zugeschickt.
Daraufhin reichten wir Klage vor dem VG Stade ein.
Es gab/gibt mehrere Gründe, warum ich mit dem "Fachgespräch" bzw. der Notwendigkeit dafür nicht einverstanden war.
 
 
Meine Klage wurde am 12.12.2019 vor dem VG Stade verhandelt.
Ich habe gewonnen und warte seither auf Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung.

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei diesem Vorgang
nicht um irgendein freiwilliges erlangbares Qualitätssiegel handelt,
sondern um eine berufliche Tätigkeitserlaubnis / Zulassung!
Oder eben ein Berufsverbot.
(Dabei gibt es den staatlichen Ausbildungsberuf Hundetrainer/in noch gar nicht!)
 
 
Was ursprünglich gut gedacht war, denn eine Überprüfung der Qualifikation im Einzelfall war und ist wichtig,
hat nun leider zur Folge, dass seit Monaten/Jahren viele, sehr gute, seit Jahren unbeanstandet arbeitende Hundetrainer/innen,
die umfangreiche Aus- und Fortbildungen und damit, wie vom Gesetzgeber gefordert ein Mindestmaß an Sachkunde
nachweisen können,
trotzdem nicht von ihren zuständigen Vet.Ämtern anerkannt werden.
Die Erteilung der Erlaubnis wird von Amt zu Amt völlig unterschiedlich entschieden.
Manchmal liegen nur 20 km zwischen den Standorten mit einer Erlaubniserteilung und einer Nichtzulassung.
Die Leidtragenden sind die Hundetrainer/innen, deren berufliche Existenz bedroht ist oder zerstört wird.
Diese seit Monaten andauernden, in den meisten Fällen zutiefst frustrierenden Auseinandersetzungen mit Behörden,
die zu einem großen Teil bundesweit mit der Umsetzung des Gesetzes allem Anschein nach überfordert sind,
führt bei vielen betroffenen Hundeschulen/Hundetrainer/innen, Verhaltensberater/innen mittlerweile zu erheblichen finanziellen
und bei manchen auch zu gesundheitlichen Problemen.
 
Letztendlich sind dadurch in besonderem Maße aber auch unsere Kunden und ihre Hunde betroffen.
 
Fachwissen, Empathie, padagogisches Geschick, Vielseitgkeit, wesensgerechtes Denken und Handeln
sowie Berufserfahrung sind die beste Basis für kompetentes, erfolgreiches trainieren und therapieren von Hunden und ihren Menschen.
 
Petra Assmann, Sievern den 30. Januar 2020